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< lift-journal.de berichtet über "Schlanke Aufzugtüren für mehr Barrierefreiheit"

VDMA: Deutschlands Aufzüge sind sicher


Die neuen Unfallzahlen für das Jahr 2013 belegen, dass sich die Aufzugssicherheit nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet. 

Frankfurt, 28. März 2014 - Auf die Veröffentlichung des jährlichen Anlagensicherheitsreports des VdTÜV im Frühjahr 2013 folgten jede Menge negative Schlagzeilen wie „Jeder dritte Aufzug ist Schrott“ und diverse Fernsehbeiträge zum Thema Aufzugssicherheit. 

Dass es sich hierbei um Effekthascherei handelt, belegt der VDMA mit seinem eigenen Positionspapier, in dem er Stellung nahm zum Anlagensicherheitsreport und auf falsche Schlussfolgerungen der Medien hinwies. Quintessenz des Positionspapiers ist, dass aufgrund der vorliegenden Unfallzahlen keine signifikante Steigerung von Unfällen bei der Benutzung von Aufzügen in den letzten Jahren zu verzeichnen war. 

Die im Anlagensicherheitsreport aufgeführten Mängel stellen in der Hauptzahl keine Gefahr für den Benutzer dar. Die Anzahl der festgestellten Mängel ist zwar angestiegen - dies beruht allerdings auf einer Zunahme geringfügiger Mängel, die zum Teil nur formale Fehler (z.B. fehlende Dokumente) ansprechen und teilweise auch erst seit kurzer Zeit als Mangel gewertet werden. Laut VDMA Positionspapier ist die Zahl der sicherheitserheblichen und gefährlichen Mängel im Anlagensicherheitsreport nicht signifikant gestiegen. 

2013 keine Zunahme von schweren Unfällen mit Aufzügen

Auch die aktuellen Unfallzahlen der Prüforganisationen und des VDMA für das Jahr 2013 belegen, dass der sicherheitstechnische Zustand der Aufzugsanlagen offensichtlich auf dem hohen Niveau verharrt. In den letzten Jahren ist keine Zunahme von schweren oder tödlichen Nutzerunfällen zu verzeichnen. Drei von den vier bedauerlichen Todesfällen im Zusammenhang mit Aufzügen in 2013 sind eindeutig auf Missbrauch zurückzuführen. Hierbei verschaffen sich unbefugte

Personen gewaltsam Zutritt in den Aufzugsschacht, der dann tatsächlich tödliche Gefahren birgt. Einer dieser vier tödlichen Unfälle scheint nach aktuellem Stand durch einen technischen Defekt begründet zu sein.

Bei den schweren, aber nicht tödlichen, Unfällen ist seit 2010 eine konstante Abnahme zu verzeichnen. Die Angebote der Aufzugshersteller für erforderliche Nachrüstungen von Sicherheitsmaßnahmen tragen Früchte, wenn auch die Betreiber hier noch aktiver sein müssten. Fazit:  Die Anzahl schwerer und tödlicher Aufzugsunfälle befindet sich seit Jahren konstant auf einem niedrigen Stand, Tendenz fallend. Insbesondere die Unfälle, die auf Missbrauch beruhen, trüben dieses Bild und führen zu Fehlinterpretationen.

Betreiber müssen für Sicherheit sorgen

Einige Unfälle hätten durch Investitionen in Modernisierung und Prüfung in der Tat vermieden werden können. Eine signifikante Gefahr für Nutzer kann allerdings durch Anlagen entstehen, die weder geprüft noch gewartet werden. Insider sprechen hierbei von bis zu 150.000 Aufzugsanlagen bundesweit. Die sichere Bereitstellung eines Aufzugs liegt allerdings in der gesetzlichen Verantwortung des Betreibers. Die Prüforganisationen und die Wartungsunternehmen können dabei nur auf diese Missstände hinweisen. 

In diesem Zusammenhang spielen die Wartung und die Prüfung der Aufzugsanlage und der verantwortungsvolle Betreiber eine zentrale Rolle – das Zusammenspiel aller drei Beteiligten gewährleistet letztendlich die Sicherheit der Aufzugsanlage für den Nutzer. Die Verantwortung für die sichere Benutzung und die Verhinderung von Unfällen liegt in den Händen des Betreibers. Dieser ist verpflichtet, eine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung durchzuführen, wodurch Abweichungen bestehender Aufzugsanlagen zum heutigen Stand der Technik festgestellt werden. Die bestehenden Sicherheitslücken können durch Modernisierungsmaßnahmen behoben und damit die Unfallgefahr minimiert werden.

Gestiegene Sicherheit bei Aufzügen durch Maßnahmen in den letzten Jahren

  • Einbau Fahrkorbabschlusstüren
  • Installation Notrufsysteme
  • Installation Notlicht
  • Lichtgitter als Türsicherung
  • Sicherung gegen Verlassen der Haltestelle mit geöffneter Tür
  • Erhöhung der Anhaltegenauigkeit des Aufzugs

 

Der VDMA Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen repräsentiert ca. 80 Prozent der deutschen Aufzugsindustrie. In Deutschland gibt es derzeit rund 690.000 installierte Aufzugsanlagen, davon ca. 570.000 zur Personenbeförderung. Bei den Fahrtreppen beträgt der Bestand ca. 35.000 Anlagen. Der Branchenumsatz beträgt  mehr als zwei Milliarden Euro und in der Branche sind ca. 18.000 Personen beschäftigt.