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Investitionen in die Sicherheit zahlen sich aus


Rückläufige Unfallzahlen belegen ein hohes Sicherheitsniveau. Kritisch: 150.000 Aufzüge werden weder geprüft noch gewartet.

Frankfurt, 5. Juni 2014 - Vergleicht man Aufzüge mit Autos, so werden Parallelen sichtbar: Es besteht die Notwendigkeit der regelmäßigen Wartung und eine gesetzliche Prüfpflicht, der Betreiber trägt die Haftung.  Auch beim technischen Fortschritt bietet sich der Vergleich an, denn neue technische Entwicklungen und gesetzliche Normen bringen deutliche Verbesserungen – insbesondere bei der Sicherheit. Die Parallelen enden jedoch bei der Nutzungsdauer, denn diese ist trotz einer oftmals vergleichbaren Investitionssumme deutlich höher – Aufzüge werden teilweise bis zu 50 Jahre genutzt.

Die Betreiber von Aufzügen erfüllen Ihre Pflichten im Hinblick auf regelmäßige Wartungen, Reparaturen und  erforderliche Modernisierungen. Hierfür werden bundesweit pro Jahr rund zwei Milliarden Euro aufgewendet – auch um die Haftungsrisiken zu minimieren, die aus dem Betrieb eines Aufzugs resultieren können.

Diese Investitionen in die Sicherheit zahlen sich aus: Trotz einer insgesamt steigenden Anzahl an Aufzügen sind die Unfallzahlen rückläufig. Dies ist erfreulich und auch bemerkenswert, da die Anlagen von einer immer älter werdenden Gesellschaft genutzt werden. Ältere Menschen haben höhere Anforderungen an Aufzüge, beispielsweise eine exakte Bündigkeit beim Anhalten. Konkret gab es im Jahr 2013 insgesamt vier tödliche Unfälle. Ohne Frage sind dies vier Unfälle zu viel. Drei Todesfälle waren jedoch auf unsachgemäße Nutzung und somit eigenes Verschulden zurückzuführen. Nur in einem Fall war die Ursache technischer Natur. 

Für die kommenden Jahre besteht die Herausforderung, den älter werdenden Bestand an Aufzügen durch Modernisierungen sukzessive auf ein zeitgemäßes technisches Niveau anzuheben. Positive Nebeneffekte: Dadurch steigen auch Nutzerkomfort und Immobilienwert. 

Aufzüge, die über Jahre ohne jegliche Prüfung oder Wartung betrieben werden, stellen für Gesetzgeber und Prüforganisationen eine besondere Herausforderung dar, da sie eine Gefahr für die Allgemeinheit sind. Aufzugsanlagen müssen nicht mehr behördlich angemeldet werden, und durch die Liberalisierung des Prüfmarkts mit verschiedenen Anbietern existiert auch von dieser Seite aus de facto keine Kontrolle mehr. 

Daher müssen die Betreiber weiterhin in die Pflicht genommen werden. Für den verantwortungsvollen Betrieb von Aufzugsanlagen spielen fachgerechte Wartungen und unabhängige Prüfungen eine entscheidende Rolle – nur so  kann letztlich die Sicherheit der Aufzugsanlage für den Nutzer gewährleistet werden. Die Verantwortung für die sichere Benutzung und die Vermeidung von Unfällen liegt in den Händen des Betreibers. Durch die vorgeschriebene regelmäßige Gefährdungsbeurteilung werden Abweichungen bestehender Aufzugsanlagen zum heutigen Stand der Technik festgestellt. Die bestehenden Sicherheitslücken können durch Modernisierungsmaßnahmen behoben werden, um die Unfallgefahr zu minimieren. 

Quick Info:

Es existieren ca. 690.000 Aufzugsanlagen in Deutschland, davon dienen 584.000 der Personenbeförderung und sind damit überwachungsbedürftig.  Ca. 150.000 davon werden weder geprüft noch gewartet. Dennoch ist trotz gestiegener Anzahl an Aufzugsanlagen das Sicherheitsniveau sehr hoch, die Unfallzahlen sehr gering und rückläufig. Aufzüge in Deutschland dürfen also nach wie vor ruhigen Gewissens genutzt werden.